ms Horse Blog Nr. 53 Im Fokus: Weihnachtbaum füttern Ja oder Nein?!

ms Horse Blog  – Dezember 2016

ms Horse Blog Nr. 53

Im Fokus: Weihnachtbaum füttern Ja oder Nein?!

Der vorangegangene ms Horse Blog im November beschäftigte sich mit dem Thema Farbsehen beim Pferd. Wer diesen Blog gerne nachlesen möchte, kann einfach hier klicken. Der jetzige ms Horse Blog, der letzte im Jahr 2016, beschäftigt sich mit der Frage, ob der Weihnachtsbaum dem Pferd gefüttert werden darf.

Sicherlich liegt der Gedanke für Pferdehalter nahe, den ausgedienten Tannenbaum nicht umgehend zu entsorgen, sondern dem geliebten Pferd als Futter vorzulegen. Doch sollte der Weihnachtsbaum dem Pferd überhaupt gefüttert werden?

Generell mögen es Pferde an Zweigen zu knabbern. Problematisch daran ist jedoch, dass die Bäume je nach Art, ungesunde Inhaltsstoffe besitzen, um sich so vor Fress-feinden zu schützen. Tannen beinhalten den pflanzlichen Gerbstoff Tannin, der im Pflanzenwachstum als Abwehrstoff gegen Fressfeinde eingesetzt wird. Dieses Tannin wirkt negativ auf Schleimhäute und beeinträchtigt die Verdauung. Manche Nadelhölzer sind für Pferde weniger giftig wie z.B. Kiefern, Weißtannen, Rotfichten und die Nordmann-Tanne. Stark giftig hingegen sind Eiben, Lebensbäume und Zypressen. Jedoch gilt zu bedenken, dass auch in den weniger giftigen Arten Terpentinöle und Tannine enthalten sind. Es gibt jedoch auch Argumente für die Fütterung von Tannenbäumen. So fördern sie den natürlichen Abrieb der Schneidezähne und bieten Beschäftigung. Zudem gibt es für die Atemwege eine gratis Aromatherapie und es werden Mineralien und Spurenelemente aufgenommen.

Aufgrund der Giftigkeit stellt sich die Frage, warum überhaupt giftiges Futter anbieten, wenn es doch vermeidbar ist?! Jeder Pferdhalter darf also selber entscheiden ob er nun seinen Tannenbaum verfüttern möchte oder nicht. Sicherlich eignen sich andere Futtermittel weitaus besser um vom Pferd gefressen zu werden und als Zeitvertreib zu dienen. Als Entscheidungshilfe sei hier die Regel von Paracelsus zitiert: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ Als holzige Knabberalternativen dienen die unbedenklichen Baumsorten Linde, Weide, Haselnuss, der Apfelbaum oder die Birke.

Ist die Entscheidung gefallen, den Weihnachtsbaum doch ans Pferd zu verfüttern, so ist zu beachten, dass: Zum einen keine Wachsreste vorhanden sind und dass der Baum komplett frei von Lametta, Kunstschnee, Kugeln und sonstigem Baumschmuck ist, denn bleiben solche Reste am Baum, können Vergiftungen und Koliken die Folge sein. Zudem sollten nur ungewachste und ungespritzte Bäume (am besten mit Bio Zertifizierung) verfüttert werden. Weihnachtsbäume sollten wirklich nur dann an Pferde verfüttern werden, wenn absolut sicher ist, dass die Baumart grundsätzlich ungiftig und für Pferde verträglich ist.

Bei tragenden Stuten sollte auf jeden Fall kein Weihnachtsbaum gefüttert werden, da es im schlimmsten Fall zu einem Abort kommen kann.

Füttert Ihr euren Pferden den übrig gebliebenen Weihnachtsbaum? Wie handhaben es eure Stallkollegen – füttern ja oder nein?! Ich freue mich über Eure Kommentare und Anregungen, Eure Lea Preisendanz vom ms Horse Team. Fragen oder Anmerkungen? Treten Sie mit mir in Kontakt: l.preisendanz@horse-fitwell.de