ms Horse Blog Nr. 57 Im Fokus: Problempferde – Problemmenschen

ms Horse Blog – April 2017

ms Horse Blog Nr. 57 Im Fokus: Problempferde – Problemmenschen

Der vorige ms Horse Blog im März beantworte die Frage was ist Cushing? Der Beitrag kann hier nachgelesen werden. Im April stellt der ms Horse Blog das Thema Problempferde – Problemmenschen in den Fokus.

Gibt man als Suchwort bei Google den Begriff „Problempferd“ ein so erscheinen 63.100 Ergebnisse – das Thema scheint präsent zu sein.

Wie wird aus einem Pferd ein „Problempferd“? Existieren überhaupt „Problempferde“ oder machen die Menschen aus einem Pferd ein „Problempferd“?

In den allermeisten Fällen führt die Unwissenheit und mangelnde Erfahrung seitens der Pferdebesitzer zu einem Problempferd. Schlechte Haltungsbedingungen, Fehler in der Ausbildung, Erziehung und Fütterung tun ihr weiteres.

Tritt ein Problem mit einem Pferd auf, sollten ehrliche Antworten auf die Fragen gesucht werden:

  • „Was hab ich falsch gemacht?“
  • „Was passt meinem Pferd nicht?“
  • „Warum tut mein Pferd das?“

Generell ist ein Pferd von Natur aus weder schlimm noch böse – es folgt lediglich seinen Instinkten.

Von einem Pferd das steigt, beißt oder ausschlägt geht immenses Gefahrenpotential aus, welches nicht duldsam ist. Hier ist gefühlvoll abzuklären, warum das Pferd ein solches Verhalten zeigt. Hat es Schmerzen, Druck oder testet es die Rangordnung aus?

Beispiel Unart schnappen und zwicken

Beginnt ein Pferd zu schnappen oder zu zwicken ist oftmals das Füttern von Leckerlis aus der Hand der Grund. Die Pferdebesitzer sind oft nicht in der Lage dem Pferd zu verdeutlichen warum es mit einem Leckerli belohnt wird. Das Pferd kann das belohnte Verhalten nicht mit dem füttern des Leckerlis verknüpfen, da z.B. das Leckerli zu spät nach der gewünschten Handlung gefüttert wurde. Sie wundern sich dann, wenn das Pferd Grenzen übertritt und mit schnappen oder zwicken anfängt.

Meine Empfehlung: Ein Anfänger, der sich mit dem Gedanken trägt, ein Pferd zu kaufen, sollte sich ein erfahrenes und gut ausgebildetes Pferd zulegen, von dem er lernen kann. Junge und sensible Pferde gehören in erfahrene Reiterhände. Wie ein Führerscheinanfänger, der sich am Anfang auch nicht in einen Porsche setzt sollte ein unerfahrener Reiter kein „Porsche-Pferd“ kaufen! Daher der Rat bezieht Experten beim Kauf eines Pferdes mit ein, dieser vermag zu beurteilen, ob die Reiter-Pferd-Kombination passt.

Eine mögliche Lösung um die Pferdewelt ein klein wenig besser zu machen, ist die verbindliche Einführung des Basispass Pferdekunde der deutschen reiterlichen Vereinigung (FN) als Grundvoraussetzung für jeden einzuführen, der ein Pferd besitzt. Der Basispass bescheinigt dem Absolvent, dass er einen sicheren und fachgerechten Umgang mit dem Pferd beherrscht.

Ein Hinweis zum Schluss, zeigt ein Pferd im Zusammensein ein Verhalten, bei dem die Unsicherheit besteht, ob das gezeigte Verhalten okay ist oder korrigiert werden muss, hilft die Frage: Wenn das Pferd und ich zwei Mitglieder einer Herde wären, würde sich das ranghohe Tier das gefallen lassen? Wenn nicht, was würde es dagegen tun? Das beantwortet viele aufkommende Unsicherheiten.

Bei der Pferdeerziehung ist es immer ratsam konsequent zu handeln und dem Pferd seine Grenzen zu zeigen. Jedoch nie durch gewaltsame Einwirkung.

Fazit: Problempferde gibt es nicht, sondern nur Pferde mit Menschenproblemen!

Wie ist eure Erfahrung mit Problempferden? Habt Ihr schon mit einem Problempferd gearbeitet und eine Lösung gefunden? Welche Maßnahmen haben euch geholfen? Habt Ihr Euch Hilfe geholt? Ich freue mich über Eure Kommentare und Anregungen, eure Lea Preisendanz vom ms Horse Team. Fragen oder Anmerkungen? Tretet mit mir in Kontakt: l.preisendanz@horse-fitwell.de